schnelle felle? so gehts!

written by chris.mannel 17. März 2016

hallo zusammen. in den letzten tagen bin ich oft auf meine schnellen skitourenfelle angesprochen worden. irgendwie hat sich rumgesprochen, dass ich beim hubsilauf schnelle felle gehabt habe. mit schnell meint man felle, die bei einer (noch) guten steigeigenschaft eine herausragende gleiteigenschaft haben. denn zu glatte felle sind nämlich beim aufsteigen auch nicht fein. gerne mag ich euch beschreiben, was ich mit meinen fellen mache. und meine tipps sind nicht nur für rennlauforientierte skitourengeher gedacht sondern auch für frau und herren normalverbraucher. denn gut gleitende felle die nicht anstollen sind wohl auf jeder skitour wünschenswert.

prinzipiell geht es hauptsächlich darum, dass das fell keine beziehungsweise so wenig feuchtigkeit wie möglich aufnimmt. feuchtigkeit auf den haaren führt zur bildung von eis und das bremst. hilfreich ist es deswegen, die einzelnen haare zu imprägnieren. es gibt verschiedene sprays oder mittel im fachhandel dazu. grundlegend mag ich nicht sagen, was da gut oder gar besser ist – ich selbst verwende bei meinen fellen immer wachs. um das aufzubringen spanne ich einen ski in handelsübliche skispanner. danach dann das steigfell auf den ski und dann bringe ich großzügig skiwachs auf die felle auf. ich hab gute erfahrungen mit skiwachsen für einen warmen temperaturbereich gemacht. die sind von der konsistenz weicher und lassen sich gut auftragen und aufreiben.

IMG_2652dann bügle ich das wachs mit einem bügeleisen ein. das aufreiben des wachses und bügeln des felles mache ich natürlich in laufrichtung. es gibt zwar spezielle wachsbügeleisen aber ein ausrangiertes, normales bügeleisen tut´s auch. achtung auf die temperatur, die soll nicht zu hoch sein.
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oft hört man in der rennszene das felle erst nach einigen tausend höhenmeter richtig schnell werden. das soll mit den enden der haare zusammenhängen, die quasi durch die belastung der höhenmeter stumpf werden und etwaige scharfe kanten verlieren. es soll rennläufer geben, die zu beginn der saison mit schleppliften und aufgefellt bergauf (!) fahren um so höhenmeter auf die felle zu bringen. andere behandeln die felle mit rotorkorkbürsten die man von den langläufern kennt um diesen effekt zu erlangen. bei meinen neuen “pomoca race pro 2.0” fellen hab ich die erfahrung gemacht, dass die schon neu schnell sind und ich erkenne da keinen effekt durch die zusätzlichen höhenmeter.

wichtig ist, die felle immer sorgfältig zu behandeln. ich achte darauf mir möglichst keine beschädigungen durch laufen über steine, wurzeln oder ähnliches einzufangen. ich klebe die felle nach dem abfellen immer sauber klebefläche auf klebefläche und ich gebe den fellen nach dem gebrauch zeit zum trocknen. also nicht im kalten auto liegen lassen aber auch nicht auf den heizkörper legen. ich bin auch kein fan von sehr kurzen fellen, meine felle sind 140cm lang. ich finde, dass sie dadurch in schwierigen, schrägen oder glatten aufstiegsspuren besser halten – sie “drehen” sich nicht so leicht vom belag.

ein kleiner tip noch: ich habe immer – also sowohl im training als auch bei rennen – ein kleines stück wachs im rucksack. bei wechselnden schneeverhältnissen oder temperaturwechseln ist es möglich, dass die felle stollen. damit ist das aneisen oder festkleben von schnee am fell gemeint. eine unangenehme sache die mit einer portion wachs gelindert oder behoben werden kann.

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einfach fest und großflächig das wachs auf das fell aufbringen. hilft meistens. und weil ich schon beim notfallkit meines rucksackes bin: eine rolle elektro-isolierband und einige kabelbinder haben mir und dem ein oder anderen begleiter auch schon geholfen. das ist aber dann eine andere geschichte…

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